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Ehevertrag? Lieben mit Verstand.

Geschrieben von weddigo-Team Sabrina am 15.10.2016

Das Thema Ehevertrag ist einigen unangenehm und wirft manchmal ein Schatten über das Hochgefühl bei den Hochzeitsvorbereitungen.
Keiner will bei der Hochzeitsplanung über ein Ende der Ehe nachdenken. Aber die Zahlen sprechen für sich. In Deutschland wird jede dritte Ehe geschieden. Die Ehe auf Garantie gibt es leider nicht.

Nach dem neuen Gesetz wurde gerade im Thema Unterhalt einiges stark beschnitten.
Hier ein paar Tipps worauf man in einem Ehevertrag achten sollte:

- Für wen ist der Vertrag wichtig?

Gerade wenn das typische Hausfrauenbild in einer Ehe gilt, wo die Frau wegen der Kinder zu Hause bleibt oder nur geringfügig verdient.
Für Selbstständige ist ein Ehevertrag gerade wichtig. Es kann im schlimmsten Fall bei einer Scheidung zur Insolvenz führen z.B. wenn Firmenanteile an die Exfrau ausgezahlt werden müssen.
Auch ab Hochzeiten 50 plus sollte man darüber nachdenken eine Gütertrennung festzuhalten.

- Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Ehevertrag?

Natürlich vor der Ehe. Es kann aber auch nach der Eheschließung ein Vertrag abgeschlossen werden.
Am Besten sich mit einem Fachanwalt zusammen setzen und ausführlich beraten lassen.
Wenn die Ehe schon in einer Krise steckt, dann kann man eine Scheidungsfolgevereinbarung anstreben.

-Wo wird so ein Vertrag abgeschlossen?

Bei einem Fachanwalt für Familienrecht. Anschließend wenn alle Punkte geklärt sind, muss der Notar den Vertrag beurkunden. Fehlt die Beurkundung vom Notar ist der Ehevertrag ungültig.

- Wie hoch sind die Kosten für einen Ehevertrag?

Die Kosten berechnen sich nach Einkommen und Zeitaufwand. In etwa sind das 2000- 3000€. Erstmal viel Geld, aber im Gegensatz zu einer aufwendigen Scheidung wo alle Punkte geregelt werden müssen sind das Peanuts.

- Was muss in einem Ehevertrag drinstehen?

Die drei Säulen des Ehevertrages sind: Vermögen, Unterhalt und Versorgungsausgleich.
Unterhalt: Es wird geregelt, wie hoch der Unterhalt ausfällt und wie lange er nach der Scheidung gezahlt werden muss. Auch Mehrzahlungen für Kinder die über dem gesetzlichen Unterhalt hinaus gehen werden darin geregelt.
Vermögen: Meistens geht es um den Zugewinnausgleich. Das heißt, dass es sich ausschließen lässt, dass die Vermögenswerte ganz getrennt bleiben oder nur der einzelne Positionen davon betroffen sind.
Versorgungsausgleich: Darunter wird die Rente geregelt. Bei einer Scheidung erhält jeder die Hälfte der Rentenpunkte des anderen Partners.

- Was darf nicht im Ehevertrag stehen?

Der Ausschluss vom Trennungsunterhalt der gesetzlich vorgeschrieben ist, darf man nicht ausschließen. Wenn so eine Klausel im Vertrag stände, kann es passieren, das der ganze Vertrag nichtig ist.
Keiner darf in einem Ehevertrag benachteiligt werden!

- Wie sieht es mit den gemeinsamen Kindern aus?

Gemeinsame Kinder bekommen gesetzlich solange Unterhaltszahlungen, bis die Ausbildung beendet ist.
Stiefkinder die mit in die Ehe gebracht werden, bekommen bei Scheidung nichts, da bei der vorherigen Trennung der Unterhalt schon geregelt wurde.

- Wie sieht das Unterhaltsrecht nach der Scheidung aus?

Nach neuem Gesetz ist jeder für sich selber verantwortlich.
Es sei denn das Kind ist noch zu betreuen. Die eigene Karriere wurde für die Kinder aufgegeben, oder die Ehe dauerte sehr lange.
Dann wird der Bedarf ausgerechnet und muss in diesem Fall nachgewiesen werden. Das ganze wird dann vor Gericht geregelt und ist ein sehr kostenspieliger und langwieriger Prozess.

- Warum bekommen Frauen bei dem Thema Ehevertrag ein ungutes Gefühl?

Früher galt ein Ehevertrag als unromantisch. Auch heute wird er gerade von Frauen als Dorn im Auge betrachtet.
Frau hat Angst mit Nachteilen aus der Scheidung hervorzugehen.
Seit dem neuem Unterhaltsrecht ist es aber gerade für die Frauen wichtig einen Ehevertrag abzuschließen um die finanzielle Situation zu regeln uns zu sichern.

- Kann man ein Ehevertrag nach Abschließung und über die Jahre ändern?

Man kann jederzeit den Vertrag abändern und anpassen.
Da sich die Gesetze permanent ändern, oder die Lebensumstände sich ändern (Hausbau, Kinder,..), kann es manchmal passieren das der vertrag nicht mehr wirksam ist.
Experten raten, sich alle 5 Jahre mit einem Fachanwalt zusammen zu setzen und den Ehevertrag aufzufrischen.

Manchmal muss das Herz doch ausgeschaltet und Verstand angeschaltet werden. Das heißt ja nicht, dass ihr euren Partner weniger liebt als vorher.
Sich gemeinsam zusammen setzen und über die Punkte reden kann auch ein wenig mehr zusammen schweißen.

Fachanwälte für Eheverträge findet ihr bei unseren Hochzeitsdienstleistern.





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